Schwanger in Coronazeiten

Aktualisiert: 17. März 2021

Sich von einer Pandemie bei der Kinderplanung ausbremsen zu lassen ist in vielen Köpfen der Frauen. Dabei sollte man sich jedoch nicht von äußeren Gegebenheiten einschränken lassen, sondern dem eigenen Wunsch vertrauen und seinen persönlichen Zeitpunkt finden.

Du bekommst nun während der Pandemie ein Kind? Herzliche Gratulation!

Du hast die Möglichkeit deine Schwangerschaft in einer Zeit zu genießen, die bereits viel Ruhe vorgibt. Du kannst eine noch tiefere Beziehung zu dem Lebewesen in deinem Bäuchlein aufbauen. Die Rahmenbedingungen möchte ich heute auch klären.


@Lernstall - gillustriert von ,,Tinaundderigel"


Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen für Schwangere


Ärzte in Frankreich haben in Einzelfällen nachweisen können, dass sich das Coronavirus in der späten Phase einer Schwangerschaft von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind übertragen kann. Bei dem betroffenem Säugling traten nach seiner Geburt schwere Symptome auf, auf die ich jetzt gar nicht eingehen möchte. Wichtig für dich als Schwangere ist zu wissen, dass es ein erhöhtes Risiko für dich und dein Kind geben kann. Alleine deshalb solltest du einen Weg für dich finden, mit der Situation so umgehen zu können, dass du dich wohl fühlst, aber nicht in eine erhöhte Gefahr bringst.

Die Zahlen sind dann aber wieder ein wenig beruhigender. Bei 88 Schwangeren, die positiv auf das Virus getestet wurden, wurde lediglich bei fünf Kindern das Coronavirus nachgewiesen. Diese fünf Babys waren nicht schwer erkrankt.

Grob lässt sich sagen, bei einer positiv infizierten Schwangeren seien nicht mehr als ein oder zwei Prozent der Babys positiv auf das Virus getestet worden - und noch weniger zeigten dann ernsthafte Symptome.

Leidet die Mutter allerdings gegen Ende der Schwangerschaft unter hohem Fieber, ist das Risiko einer Frühgeburt deutlich erhöht. Auch die Stillbeziehung nach dem Entbinden wird unter der Erschöpfung von Mutter leiden.

In Österreich wurde im Dezember 2020 eine neue Regelung eingeführt, die vorerst bis Ende März gilt. Das Mutterschutzgesetz sieht zum Schutz der Gesundheit der werdenden Mutter und des Kindes Beschäftigungsverbote und -beschränkungen vor, die eingehalten werden müssen.

Diese Verbote und Beschränkungen beziehen sich auf die Art der Arbeit und auf zeitliche Eingrenzungen. Diese Beschränkungen und Verbote gibt es schon länger. Neu ist allerdings, dass Frauen ab der 14. Schwangerschaftswoche durch die Pandemie nicht mehr in Berufen mit Körperkontakt arbeiten dürfen, sondern schon frühzeitig zu Hause bleiben dürfen, sollte es keine Änderung der Arbeitsbedingungen geben. Zusammengefasst bedeutet das: Schwangere bekommen entweder einen sicheren Arbeitsplatz (Homeoffice, geschützt im Büro) - oder sie werden vorzeitig in Mutterschutz geschickt. Denn auch das Tragen von FFP2-Masken soll Schwangeren nicht verpflichtet zugemutet werden.


Die FFP2 Maske in der Schwangerschaft


Hier darf ich euch positive Entwarnung geben.

,,In einem im August 2020 publizierten systematischen Review zur Verwendung von FFP2-Masken in der Schwangerschaft wurden die Ergebnisse von 4 Studien zusammengefasst, wobei 3 dieser Studien auch die Auswirkungen von körperlicher Belastung (20 min Radfahren bzw. 15 min Laufband) untersuchten: in keiner der Studien wurden beim durchgehenden Tragen einer FFP2-Maske über eine Stunde signifikante Änderungen von Herzfrequenz, Atemfrequenz oder Sauerstoffsättigung der schwangeren Frauen im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen festgestellt. Auch die Herzfrequenz der Feten war durch das Tragen einer FFP-2 Maske nicht beeinflusst. "

Die FFP2 Maske hat also keinen gesundheitsschädigenden Einfluss auf dein Kind. Sogar dann nicht, wenn du dich körperlich betätigst.

Von der US-amerikanischen Behörde für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wurde in einem speziellen Labor bei 22 gesunden Schwangeren zwischen 13.-35. SSW und 22 nicht-schwangeren Frauen über die Dauer einer Stunde kontinuierliche Messungen während des Tragens einer FFP2-Maske durchgeführt. Es zeigten sich keine Unterschiede in Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz sowie CO2-Werten und Körpertemperatur oder auch dem subjektiven Empfinden zwischen den beiden Gruppen.

Beim Tragen der Maske und gering anstrengender körperlicher Betätigung zeigten sich beim Tragen der FFP2-Maske reduzierte Sauerstoffkonzentration und erhöhte CO2 Konzentration in der ausgeatmeten Luft. Es zeigten sich allerdings keine Unterschiede in der Sauerstoffsättigung der schwangeren Frauen. Die Empfehlung lautet, solange beim Tragen einer Maske subjektives Wohlbefinden besteht, wird sie empfohlen. Das Risiko an einer Infektion zu erkranken ist höher als die Nachteile einer FFP2-Maske.


Wie sieht es mit der Geburt aus?


Für viele Schwangere- so auch für mich- ist die Sorge um die Geburt in diesen Zeiten verständlicherweise erhöht. Die Rahmenbedingungen ändern sich regelmäßig und sind auch von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich.

Zur Zeit (März 2021) ist der Stand der Dinge, dass dein Partner bei der Entbindung selbst dabei sein darf, im Anschluss allerdings gehen muss. Familienzimmer sind nicht möglich. Die Besuchszeiten variieren allerdings auch von Ort zu Ort. Besuche im Wochenbett sind nicht oder nur eingeschränkt erlaubt.


Ihr habt mir all eure Sorgen und Befürchtungen mitgeteilt. Viele von euch haben die Ruhe im Krankenhaus genossen und waren froh darüber keinen Besuch empfangen zu müssen. Das ist ein wundervoller Ansatz, den ich jeder werdenden Mutter mit auf den Weg geben möchte: Das wichtigste ist die Zeit, die ihr mit eurem Kind verbringen dürft, ganz ungestört, ganz vertraut.

Wer sich absolut nicht vorstellen kann, nach der Geburt drei Tage ohne Partner im Krankenhaus zu bleiben, der könnte sich auch eine ambulante Geburt überlegen. Es gibt auch die Möglichkeit einer Hausgeburt - hier müsstet ihr allerdings eine geeignete Hebamme finden. Wie ihr euch auch entscheidet, ich wünsche euch eine wundervolle Geburtserfahrung und ganz besonders entschleunigte Tage im Wochenbett.


Alles Liebe,

eure Tina

und der Igel




Externe Links / meine Quellen:

Beschäftigungsverbote und -beschränkungen vor der Entbindung (arbeitsinspektion.gv.at)

Alles zu Schwangerschaft, Geburt und Baby - Schwanger.at


38 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen